Mythen zur Zuckerzugabe im Honig

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Als Naturprodukt ist Honig schon seit vielen Jahrhunderten ein natürliches Süßungsmittel. Obwohl der Honig bereits so lange als natürliches Süßungsmittel bekannt ist, wird ihm in der heutigen Zeit immer wieder die Zugabe von Zucker vorgeworfen. Ein Grund für diesen Irrglauben könnte dabei sein, dass Imker ihre Bienen im Winter, wenn keine natürlichen Quellen für Nektar in der Natur bestehen, mit einer Zuckerlösung füttern. Im Endprodukt landet dieser Zucker aber nicht. Die Bienen nehmen den Zucker als Nahrung während des Winters zu sich. Das daraus in den Waben eingelagerte Produkt wird nicht vom Imker geerntet. Im Frühling erhalten die Bienenvölker leere Waben in die sie Ihren Honig einbringen können. Honig enthält zwar verschiedene Zuckersorten, diese gelangen aber auf natürlichem Weg in den Honig. Denn der Nektar, aus dem die Bienen den Honig herstellen, enthält Zucker.

 

Dass dem Honig grundsätzlich keine anderen Lebensmittel oder Zusatzstoffe wie Zucker oder auch Wasser hinzugefügt werden dürfen, regelt die Honig Richtlinie der Europäischen Union. Diese garantiert hohe Standards und die Qualität von allen Honigsorten – auch mit Herkunft außerhalb der EU. Daher darf Honig, dem Zucker oder andere Fremdstoffe hinzugefügt wurden, auch nicht in der EU verkauft werden. Jeder Honig, der im Supermarkt zu finden ist, ist daher frei von jeglichen Zuckerzusätzen und enthält nur Zucker, den der Honig von Natur aus enthält.

 

Da Honig zu 75 Prozent aus Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose) besteht, benötigt Honig keinen zugegebenen Zucker für seinen süßlichen Geschmack. Tatsächlich ist Honig sogar ein stärkeres Süßungsmittel als Zucker. Honig hat eine höhere Süßkraft als Zucker, was dazu führt, dass für den gleichen Grad an Süße weniger Honig als Zucker benötigt wird. Durch den hohen Anteil an Fructose und Glucose ist Honig ein starker Energielieferant. Durch die Glucose gelingt die Energie des Honigs direkt in den Körper, die Fructose sorgt für die Aufrechterhaltung der körperlichen Leistungsbereitschaft. Damit eignet sich Honig auch, um vor sportlichen Aktivitäten an Kraft zu tanken.

 

Hinsichtlich seiner restlichen Inhaltsstoffe hebt sich der Honig allerdings zusätzlich vom Zucker ab. Durch Enzyme besitzt Honig eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung, durch die pflanzlichen Polyphenole sinkt das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen. Für die warme Milch mit einem Teelöffel Honig sollte die Milch allerdings nicht zu hoch erhitzt werden, da die Wirkstoffe des Honigs ab einer Erhitzung von 40 Grad Celsius zerstört werden. Bis zum ersten Lebensjahr ist Honig allerdings nicht als Süßungsmittel geeignet. Bei Säuglingen muss sich die Darmflora noch weiter ausbilden, damit der Honig vom Körper auch verwendet werden kann.

 

 

Quellen:
www.apotheken-umschau.de
www.bioimkerhonig.de
https://eur-lex.europa.eu
www.honig-verband.de
www.honig-verband.de