Filmtipp: Land des Honigs

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©Neue Visionen Filmverleih.

 

Behutsam, aber gleichzeitig konzentriert entnimmt Hatidze Muratova die Honigwaben aus der Felswand. Obwohl wilde Bienen um sie herumschwirren, bleibt sie gelassen. Denn für die Frau aus dem Norden Mazedoniens ist der Honig viel mehr als ein Nahrungsmittel. Obwohl sie den wilden Honig verkauft, folgt sie einer strikten Regel: eine Hälfte des Honigs ist für sie, die andere Hälfte gehört den Bienen. Damit wahrt Hatidze das Gleichgewicht zwischen Biene und Mensch. Auf diese Weise hat sich eine besondere Beziehung zwischen der Frau und den Bienen entwickelt. Es scheint, als ob Hatidze und die Bienen in einem natürlichen Einklang leben. Erst als sich eine Nomadenfamilie in dem ansonsten verlassenden Dorf von Hatidze und ihrer Mutter ansiedelt, gerät das Verhältnis zwischen Bienen und Menschen zunehmend aus dem Gleichgewicht.

 

Mit dem Film „Land des Honigs“ haben die Macher Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov das Leben von Hatidze mit den Bienen dokumentiert. Liebevoll erzählt der Film eine wahrhaftige Naturgeschichte mit wilden Bienen im Epizentrum eines fundamentalen Widerspruchs unserer Zeit. „Land des Honigs“ spürt den Veränderungen nach, die sich in die Beziehung zwischen Mensch und Natur eingeschlichen und damit unser aller Welt für immer verändert haben. Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov greifen in eindrucksvoller Weise das Leben von Hatidze Muratova auf. Für „Land des Honigs“ begleiteten die Filmemacher sie und ihre Mutter für drei Jahre. Neben der authentischen Erzählung aus dem Leben von Hatidze überzeugt der Film vor allem auch mit seinen beeindruckenden Naturaufnahmen.

 

Land des Honigs erschien am 21.11.2019 in den deutschen Kinos.