Honig-Allergie – Was stimmt, was nicht?

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Eingrenzung des Begriffs ‚Allergie‘

Zunächst muss die Bedeutung einer Allergie geklärt werden. Der Begriff Allergie wird häufig undifferenziert und fälschlicherweise synonym mit dem der Unverträglichkeit (auch Intoleranz) verwendet, da beide Reaktionen ähnliche Symptome hervorrufen. Eine Intoleranz herrscht dann vor, wenn es im Körper zu Stoffwechselstörungen kommt, zum Beispiel durch einen Enzymdefekt oder Enzymmangel (wie zum Beispiel bei der Lactoseintoleranz). Bei einer Allergie handelt es sich um eine überzogene bzw. krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe, die sogenannten Allergene, die in der Umwelt oder Nahrung vorkommen. Sie werden vom Körper als fremd eingestuft und lösen eine spezifische Immunantwort aus, die sich bei einer Allergie als eine fehlgeleitete körperliche Reaktion äußert. Hier reichen oft schon kleinste Mengen des Allergens aus, damit das Immunsystem der Betroffenen allergische Symptome aufweist.  

Pollen als eine Ursache der Honig-Allergie

Welche Allergene im Honig eine Allergie auslösen, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. So könnte der Honig selbst, die in ihm enthaltenden Pollen oder eventuelle Bienenrückstände der Auslöser sein. In 10 Gramm Honig ist zwar ein mittlerer Gehalt von 20.000 bis 100.000 Pollen zu finden, aber der Gesamtanteil des Pollens im Honig beträgt max. 0,1 %. Dabei handelt es sich vor allem um die von Insekten bestäubten Pollen, die beispielsweise von Obstbäumen, Raps, Löwenzahn oder Heidekraut stammen. Wobei sich auch einige vom Wind bestäubte Pollen mit untermischen. Bis zu 150 Pollenarten konnten in verschiedenen Honigen ermittelt werden, von denen 15 bis 25 Arten besonders häufig vorkommen. Welcher Pollentyp im Honig vorhanden ist, hängt vom Ort der Honiggewinnung, der Jahreszeit und der Herstellungsmethode ab.

Unübersichtliche Auslöser

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die gegen bestimmte Pollenarten allergisch sind, auch nach der Einnahme des jeweiligen Honigs allergisch reagieren können. Dann treten die typischen Symptome auf, wie Asthma, Magen-Darm-Probleme, Schwellungen im Mund- und Naseninneren oder im schlimmsten Fall ein anaphylaktischer Schock. Somit wird auch deutlich, weshalb manche Pollenallergiker auf bestimmte Honigsorten allergisch reagieren und andere sie wiederrum vertragen. Trotzdem muss eine Pollenallergie nicht gleichzeitig eine Honig-Allergie bedeuten. Darüber hinaus müssen nicht nur Pollen Auslöser für eine Honig-Allergie sein, in einzelnen Fällen erwiesen sich Bienenkörperbestandteile als Allergene.

Ein Allergietest verschafft Sicherheit

Noch konfuser wird die Bestimmung der Honig-Allergie, wenn beispielsweise eine Fructose-intoleranz vorherrscht. Honig enthält Fructose (Fruchtzucker). Dieser natürlich vorkommende Zucker kann Auslöser der Unverträglichkeit sein, die Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen oder Durchfall bei Betroffenen verursacht. Falls eine Honig-Allergie vermutet wird, sollte beim Arzt ein Allergietest erfolgen, um andere Ursachen, wie eine Fructoseintoleranz, auszuschließen. Eine gängige Methode ist der Pricktest, mit dem sich auch eine Honig-Allergie diagnostizieren lässt. Zwar wird die Honig-Allergie als Nahrungsmittelallergie vom Typ I eingestuft, dennoch kommt die Honig-Allergie vergleichsweise selten vor. Zirka 2 bis 11 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Vermutlich können hier keine präzisen Angaben gemacht werden, da sich die Honig-Allergie insbesondere mit der Pollenallergie kreuzt und das Allergen damit genaugenommen die Polle ist.