Importzahlen: Immer mehr Honig kommt nach Deutschland

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Importzahlen: Immer mehr Honig kommt nach Deutschland

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 21.200 t Honig geerntet. 2016 fiel die Honigernte deutlich geringer aus und lag bei circa 17.ooo t. Der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 1 kg Honig.pro Jahr.Somit kann der in Deutschland gewonnene Honig die Nachfrage nur zu circa 20 Prozent abdecken. Der restliche Bedarf wird durch Importe gedeckt. Laut des statistischen Bundesamtes wurden 2016 83.816 t Honig im Wert von 251 Millionen Euro nach Deutschland importiert. Damit ist Deutschland der größte Importeur von Honig in der Europäischen Union.

Probleme für Bienenvölker und Honigernte

Die Honigernte hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, die Imker nur wenig beeinflussen können. Bienengesundheit, Pflanzenblüte und Wetter. Die klimatischen Bedingungen in Deutschland erlauben eine Honigernte nur innerhalb von ca. 3 Monaten. Halten dann z.B. Kälteperioden bis in den Frühling an, verpassen Bienenvölker die Blütephase von zum Beispiel Obstblüten oder Löwenzahn verringert sich die Honigernte. . Vermutlich leiden die Bienenvölker aber am meisten unter den menschlichen Eingriffen in die Natur. Wissenschaftler sind sich einig, dass die berichteten ungewöhnlich hohen Bienenverluste einen multikausalen Ursprung haben. Pestizide und andere Umweltgifte, abnehmende Pflanzenvielfalt , die nach Europa eingeschleppte Varroa-Milbe, die sich seit Ende der 1970er Jahre rasant über Mittel- und Westeuropa ausbreitete, und verschiedene Viren und andere Parasiten setzen den Bienenvölkern zu.

Das Klima als ausschlaggebender Faktor

Auch in anderen Teilen der Welt, in denen intensive, industrielle Landwirtschaft betrieben wird, geht es den Bienen nicht gut, beispielsweise in den USA oder Kanada. Das lässt sich auch darauf zurückführen, dass sich die Varroa-Milbe im gemäßigten Klima schneller vermehrt als im wärmeren, subtropischen bis tropischen Klima. Die Bienenvölker in Afrika und Südamerika überleben deshalb ohne Behandlung den Befall mit dieser Milbe wesentlich länger als in den gemäßigten Breiten der Welt. Zudem sorgen die warmen klimatischen Verhältnisse für bessere botanische Bedingungen und somit für mehrere Honigernten pro Jahr. Auch die unbesiedelte Weite zahlreicher Länder in Süd- und Südost-Europa bietet ideale Voraussetzungen für die Honiggewinnung. Das schlägt sich wiederum in den deutschen Importzahlen von Honig nieder. 2016 zählten zu den wichtigsten deutschen Importländern Argentinien (13.500 t), Mexiko (13.100 t) und die Ukraine (12.700 t). Weitere bedeutende Lieferländer sind China (5.100 t), Chile (4.700 t) und Kuba (3.000 t) und aus der Europäischen Union Spanien (4.800 t), Rumänien (4.100 t), Bulgarien (3.900 t) und Ungarn (3.200 t).

Kontrollen der Honigimporte

Die Einfuhr von Honig unterliegt strengen Vorschriften. Sie sind in der Europäischen Honig-Richtlinie von 2001 festgelegt, die die Verkehrsbezeichnungen von Honig, mit ihren Beschreibungen, den Begriffsbestimmungen und den verschiedenen Zusammensetzungen regelt. Zusätzlich unterliegt Honig, der in Deutschland in den Handel kommt, den strengen Auflagen der Deutschen Honigverordnung (HonigV vom 16. Januar 2004, Bundesgesetzblatt 2004 Teil I Nr. 4). Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Honig aus Deutschland oder dem Ausland handelt. Honig, der in Deutschland verkauft wird, verdient so das Vertrauen der Verbraucher mit klaren Informationen und geprüfter Qualität.