Zuckersirup und Honig –
eine Gefahr für den Verbraucher?

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Honig ist seit vielen Jahrhunderten ein wertvolles Handelsprodukt. Wie bei jedem wertvollen Produkt besteht auch bei Honig die Gefahr, dass es manipuliert oder verfälscht wird. Im Fokus steht dabei immer wieder: Zuckersirup. Vermeintliche Gefahren werden nicht zuletzt in verschiedenen Fernsehbeiträgen postuliert. Doch wie wahrscheinlich ist es tatsächlich, dass die Verbraucher in Deutschland einen mit Zuckersirup verfälschten Honig im Supermarkt kaufen? Und welchen Gefahren sind sie wirklich ausgesetzt?

Eine Fälschung für das Fernsehen

Regelmäßig wird in Fernsehbeiträgen über Honigverfälschungen und die vermeintliche Gefahr für Verbraucher berichtet. So auch jüngst in der ZDF-Dokumentation „Fake Food – Das Geschäft mit dem Etikettenschwindel“. Dabei folgt die Berichterstattung zumeist folgendem Schema: Lebensmitteltechniker stellen für die Redaktion einen verfälschten Honig her. Dieser wird mit Zuckersirup gestreckt. Bei einer Straßenumfrage haben die Verbraucher anschließend große Schwierigkeiten, den gefälschten Honig zu ermitteln. Ein anderes Vorgehen ist außerdem: ein Tester bestellt große Mengen Honig aus anonymen Quellen und fragt nach möglichst günstigen Preisen. Das nicht sonderlich überraschende Ergebnis ist häufig, dass einige Honige der Stichprobe nicht den Qualitätsstandards entsprechen. Durch die Beiträge soll suggeriert werden, dass eine Gefahr für Verbraucher in Deutschland besteht, einen gefälschten Honig zu kaufen. Doch wie wahrscheinlich ist das wirklich?

Strenge Kontrollen für Import-Honig

Fakt ist: für Verbraucher besteht kein Risiko, gefälschten Honig im Supermarkt zu kaufen. Das betont auch Gudrun Beckh, Geschäftsführerin der QSI GmbH – eine Expertin für die Qualitätskontrolle von Honig in dem WISO-Beitrag „Fake Food – Das Geschäft mit dem Etikettenschwindel“. Ihr Labor analysiert rund 60.000 Honige im Jahr. Ein Grund dafür seien auch die strengen Kontrollen in Deutschland. In Laboren werden durch moderne Analysemethoden, wie der Untersuchung der Isotopenverhältnisse, die Bestandteile des jeweiligen Honigs bestimmt. So kann auch festgestellt werden, ob der Honig mit Zuckersirup gestreckt ist oder nicht. Welche Bestandteile ein Honig haben darf und welche nicht, wird unter anderem durch die Deutsche Honigverordnung festgelegt. Sie ist eine Art Reinheitsgebot für den Honig. Für den Im- und Export von Honig gelten mit der Richtlinie über Honig außerdem europaweit strenge Regeln.

„Wo Honig drauf steht, muss Honig drin sein“

Fälschungen können grundsätzlich von allen vorgenommen werden, die in der Kette der Honigproduktion beteiligt sind. Vom großen Unternehmen bis hin zum kleinen Imker von nebenan. Sie setzen dabei leichtfertig das hohe Ansehen des Honigs und der ganzen Branche aufs Spiel. Umso wichtiger ist es, dass sich der Honig-Verband und seine Mitglieder für unverfälschten Honig einsetzen. So wird der Verbraucher geschützt und kann auch zukünftig qualitativ hochwertigen Honig genießen. „Wo Honig drauf steht, muss Honig drin sein“, betont deshalb Dr. Helena Melnikov, die Geschäftsführerin des Verbands. Dafür ist auch ein konsequentes Vorgehen der zuständigen Behörden und Ämter gegen Honigfälscher wichtig. Verbraucher sollten außerdem ihren Honig aus seriösen Quellen beziehen – am besten aus dem Supermarkt. Denn so ist garantiert, dass sie am Ende ein natürliches Produkt genießen können.

 

Quellen:

https://www.bienenjournal.de

https://honig-und-bienen.de

https://nearbees.de

https://www.sueddeutsche.de

https://www.honig-verband.de