Begriffe aus der Honig-Welt (J – R)

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Der zweite Teil des Honig-ABCs. Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe aus der Welt des Honigs von J bis R. 

J wie Jahreszyklus

Imkerei und Bienen sind vom Jahreszyklus abhängig. Die Entwicklung eines Bienenvolkes hängt stark vom vorhandenen Trachtangebot gemäß der Jahreszeiten ab. Entsprechend ist das Nahrungsangebot  für Bienen im Frühjahr und Sommer am größten. Die Imkerei stellt sich bei der Bienenpflege auf den natürlichen Zyklus ein und richtet sich nicht nach kalendarischen Daten. Im Frühjahr bereitet der Imker das Volk auf die Saison vor, der Frühsommer dient der Schwarmkontrolle und Bildung neuer Völker, im Sommer erfolgt i.d.R. die Honig-Ernte und Jungvölker-Pflege, im Spätsommer werden die Völker bereits auf die Überwinterung vorbereitet.

K wie Kristallisation

Honig ändert im Laufe der Zeit seine Konsistenz und kristallisiert. Die Kristallisation ist kein Zeichen des Verfalls, sondern – im Gegenteil – ein Qualitätsmerkmal. Dieser Vorgang ist abhängig vom natürlichen Verhältnis von Fruchtzucker zu Traubenzucker. Je nach Honigsorte tritt die Kristallisation früher oder später ein. Sorten mit mehr Fruchtzucker und wenig Traubenzucker bleiben länger flüssig (z.B. Waldhonig oder Akazienhonig). Durch vorsichtiges Erwärmen im Wasserbad (bis zu 40ºC) und Rühren wird kristallisierter Honig wieder flüssig.

L wie Lagerung

Honig enthält keine Konservierungsstoffe und ist dennoch bei der richtigen Lagerung ohne Qualitätsverlust unbegrenzt haltbar. Der hohe Zucker- und der geringe Wassergehalt sowie die Inhibine verhindern, dass sich Bakterien und andere Mikroorganismen vermehren können. Bei der privaten Vorratslagerung sollte darauf geachtet werden, dass Honig kühl (maximal bei Zimmertemperatur), trocken und dunkel gelagert wird. Da Honig hygroskopisch ist, d.h. er zieht Wasser an, sollte das Honigglas zusätzlich immer gut verschlossen sein.

M wie Mischblütenhonig

Mischblütenhonig (oder auch Vielblütenhonig) lässt sich von einem Sortenhonig durch das gemischte Pollenbild klar unterscheiden. Bei einem Sortenhonig ist die Mehrheit der Pollen einer Pflanzenart zuzuordnen, die ihr den typischen Geschmack und Namen verleiht. Im Gegensatz dazu enthalten Mischblütenhonige Pollen von verschiedenen Blütenarten, da die Bienen verschiedene in der Umgebung befindliche Pflanzen beim Nektarsammeln anfliegen. Entsprechend unterschiedlich und vielfältig sind Mischblütenhonige auch in Geschmack und Farbe.

N wie Nachhaltigkeit

Bienen sind ein entscheidender Faktor für die Erhaltung des Ökosystems weltweit. Etwa 80 Prozent der Kultur- und Wildpflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen und anderer Insekten abhängig. Die Bienen tragen somit nicht nur zur Erhaltung der Artenvielfalt sondern auch zur weltweiten Agrarproduktion bei. Der Wert der Bestäubungsleistung eines Bienenvolkes liegt um ein Vielfaches (ca. 10 – 15-fach) höher als der finanzielle Wert durch den Honig, den ein Bienenvolk produziert. Das Bienensterben ist ein Spiegelbild des Zustands unserer Umwelt und unserer Gesellschaft.

O wie ortsstet

Als blütenstet und ortsstet wird das Sammelverhalten der Honigbienen bezeichnet. Die Biene bleibt bei ihren Sammelflügen einer bestimmten Pflanzenart bis zu deren Verblühen treu, also blütenstet. Neben dieser Blütenstetigkeit verhalten sich Bienen auch ortsstet. Mittels des Rund- oder Schwänzeltanzes wird der Ort der Futterquelle von der Sammelbiene ihren Artgenossen mitgeteilt, die dann wiederum die entsprechende Trachtquelle anfliegen. Dies bezeichnet man als ortsstet. Die Blüten- und Ortsstetigkeit der Bienen sorgt dafür, dass Sortenhonige wie z.B. Rapshonig entstehen.

P wie Pollen

Blütenpollen stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen dar, da sie reich an Aminosäuren, Proteinen und anderen wichtigen Nährstoffen sind. Etwa 30 kg Pollen benötigt ein Bienenvolk pro Jahr, für die mehr als 1.500.000 Sammelflüge benötigt werden.  Je nach Pflanzenart sind die Pollenkörner unterschiedlich geformt. Anhand mikroskopischer Untersuchungen lassen sich die Pollen verschiedener Pflanzenfamilien und -arten zuordnen. Die Pollenuntersuchung bei Honig heißt Melissopalynologie. Durch sie wird die botanische und geografische Herkunft eines Honigs bestimmt.

Q wie Qualität

Die Qualität eines Honigs ist für Laien auf den ersten Blick nicht erkennbar. Denn die wertvollen Enzyme und Inhaltsstoffe können durch falsche Lagerung und Behandlung verloren gehen. Aus diesem Grund sollten Honige auch nicht über 40 °C erhitzt werden. Die Enzymaktivität ist ein Indikator für die hohe Qualität eines Honigs. Eine hohe Enzymtätigkeit ist in der Regel ein Hinweis für naturbelassenen Honig. Gemäß HonigV erfolgt die Bestimmung der Enzymaktivität anhand der Diastasezahl und der Messung der Invertaseaktivität. Daneben enthält die HonigV weitere Parameter, um die Qualität eines Honigs zu messen.

R wie rechtlicher Rahmen     

Neben den allgemeinen Gesetzen zum Lebensmittelrecht, gilt für Honig insbesondere die deutsche Honigverordnung (HonigV). Die Honigverordnung wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Januar 2004 erlassen und ersetzt die vorherige Verordnung von 1976. Sie regelt die Anforderungen hinsichtlich der Qualität, Beschaffenheit und Kennzeichnung für das Produkt Honig. Die Verordnung ist für alle Honigerzeugnisse bindend, die gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden und legt zudem Produktbezeichnungen für Honige nach Herkunft, Gewinnungsart, Angebotsform und Verwendung fest.