Alles für Biene und Honig:
der erste Weltbienentag

artikel

Erstmalig fand in diesem Jahr der Weltbienentag statt. Damit wird der Biene nun ein Tag gewidmet und ihre Wichtigkeit offiziell gewürdigt.

Woran denken Sie, wenn jemand den 20. Mai erwähnt? Vielleicht an sonntägliche Freizeit und Entspannung? Dieses Jahr vielleicht an das lange Pfingstwochenende? Im Jahr 2018 ist es viel mehr als nur das – der 20. Mai ist Weltbienentag.

Wer bei gutem Wetter mit einem Frühstücksbrot auf dem Balkon saß, konnte die Ruhe nutzen, um sich zu besinnen und an die kleinen, fleißigen Arbeiter zu denken. Bienen, die so vielen Menschen in Deutschland und weltweit wortwörtlich die Süße an einem solchen Tag ermöglichen. Von den Vereinten Nationen ausgerufen und in der Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit angenommen, ist den Bienen auf aller Welt nun ein Tag gewidmet. Ein Tag, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Der erste Bienenliebhaber

Die Geschichte zum Weltbienentag hat ihren Ursprung im Jahr 1734. Am 20 Mai vor mehr als 280 Jahren wurde Anton Janša in Bresnitza, Slowenien, geboren. Er arbeitete als Imkermeister am Hof der österreichi-schen Kaiserin Maria Theresia. Mit seinem Erfindergeist hat er die Imkerei revolutioniert. Zwei wichtige Erfindungen gehen auf ihn zurück: Die Zargenbetriebsweise, mit der man die Waben im Bienenstock problemlos bewegen kann, und der Krainer Bauernstock. Er erleichterte den Imkern die Aufbewahrung und den Transport der Bienenstöcke. Janša war außerdem Rektor der weltweit ersten modernen Imkereischule. Er verfasste zahlreiche Bücher zum Thema Bienenzucht und Imkerei.

Übrigens: der Vorschlag, den 20. Mai zum Weltbienentag zu machen, stammte aus seinem Heimatland. Slowenien wollte damit seinen ersten modernen Imker und begeisterten Bienenzüchter ehren.

Bienen – eine bedrohte Art?

Das war mehr als nur eine freundliche Geste. Auf die Situation der Bienen aufmerksam zu machen, ist wichtig. Denn das Sterben von Wildbienen, bedingt durch Monokulturen in der Landwirtschaft und Zerstörung des natürlichen Lebensraums der Bienen, schreitet voran und bedroht somit die Vielfalt der Bienenvölker – und das weltweit. Honigbienen sind von dieser Entwicklung dank der Imker jedoch nicht betroffen. Die Honigbienenpopulation ist laut Experten nicht in Gefahr.

Eine einzigartige Vielfalt

Imkerei und Bienenzucht sind Künste, die in fast jedem Land auf der Erde betrieben werden – doch überall ein wenig anders. Die Mannigfaltigkeit der Bienen weltweit ist es, die – neben den Imkern und den weiterverarbeitenden Betrieben – die Vielfalt und die Qualität des Honigs bedingt.

Diese Vielfalt zeigt sich bereits an wenigen Beispielen: Bienenvölker in Afrika bewahren ganze Dörfer vor Zerstörungen und Beschädigungen durch Elefanten. Imker drapieren die Dorfzäune mit Bienenkörben; kommen die Elefanten den Bienen zu nahe, schwärmen sie aus und verjagen die Elefanten. In Mosambik arbeiten Mensch und Tier sogar zusammen, um Honig zu sammeln: Der Große Honiganzeiger verdankt seinen Namen seiner besonderen Fähigkeit. Er lockt die Menschen mit einem Ruf zum Bienenstock. Nachdem die Einheimischen den Stock mit Werkzeugen geöffnet und die Bienen beruhigt haben, entnehmen sie den Honig. Dem Großen Honiganzeiger überlassen sie als Dank für seine Arbeit das von ihm begehrte Wachs.

Kooperationen zwischen Mensch und Tier wie diese sind nicht selten. Imker zu sein bedeutet auch, eine besondere Beziehung zu seinem Bienenvolk aufzubauen. Bereits seit tausenden von Jahren besteht die Symbiose von Mensch und Biene zum Zwecke der Honiggewinnung. In Israel wurde vor einigen Jahren die älteste Imkerei des Nahen Ostens entdeckt: sie ist dreitausend Jahre alt.

Der Weltbienentag – eine wichtige Aktion

Tage wie der Weltbienentag sind wichtig, um sich an die Bienen und ihre besondere Rolle für das ökologische System zu erinnern. Der Biene gebührt ein besonderer Schutz. Der Mensch ist in großem Maße dafür verantwortlich, ihre Vielfalt zu wahren und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Wenn Sie das nächste Mal Honig genießen, vielleicht eine exotische Sorte, dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit. Besinnen Sie sich auf die Wichtigkeit der Bienen für unser ökologisches System. Und stellen Sie sich die Frage, welchen Beitrag Sie für den Erhalt der Artenvielfalt leisten könnten.

Die Begeisterung für den Schutz und die Zucht der Bienen, die Anton Janša hatte, ist beispielhaft. Durch den Weltbienentag bekommt dieses wichtige Thema nun auch offiziell internationale Beachtung.