Der süße Unterschied:
Merkmale von Honigsorten

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Schon beim Gang über den Wochenmarkt wird dem geneigten Einkäufer schnell klar – Honig ist nicht gleich Honig. Jeder Honig ist in seinen Eigenschaften wie Nektarquelle, Herkunft, Geschmack, Geruch und Farbe einzigartig und besitzt über 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Für die Zuordnung eines Honigs zu einer bestimmten Honigsorte werden dabei die Inhaltsstoffe auf ihre organoleptischen, mikroskopischen und physikalisch-chemischen Bestandteile gemäß der Honigverordnung geprüft.

Ausschlaggebend für die Bestimmung sind vier Kernfragen: Stammt der Honig von einer spezifischen oder mehreren Pflanzen? Kommt der Honig aus einer bestimmten geo- oder topographischen Lage? Stammt der Honig von Wildpflanzen oder kultivierten Pflanzen ab? Handelt es sich bei dem Honig um eine Mischform?

Honige spezifischer botanischer Herkunft

Damit ein Honig als Sortenhonig klassifiziert wird, muss er überwiegend oder vollständig aus dem Nektar einer Blütenpflanze stammen – also eine spezifische botanische Herkunft aufweisen. Das ist möglich, weil Honigbienen stets Nektar von derselben Blütenpflanze sammeln bis die Quelle versiegt. Diese Eigenschaft von Bienen wird Blütenstetigkeit genannt. Zu diesen Sortenhonigen gehören die beliebten Blütenhonige wie: Akazienhonig, Kleeblütenhonig und Rapsblütenhonig. Akazienhonig zum Beispiel lässt sich durch seine wasserhelle und klare Farbe erkennen, hat ein mildes schwaches Aroma und schmeckt blumig. Im Gegensatz dazu hat der Rapshonig einen leicht kohligen Geruch, eine hellbeige Farbe und einen milden Geschmack.

Weitere Honige mit spezifischer botanischer Herkunft sind Honigtauhonige. Sie entstehen, wenn die Honigbiene nicht Nektar, sondern den von Blattläusen produzierten Honigtau sammelt. Honigtauhonige zeichnen sich gegenüber Blütenhonigen besonders durch eine stärkere elektrische Leitfähigkeit, höhere pH-Werte und mikroskopisch sichtbaren Honigtaubestandteilen wie Pilzelemente und Algen aus.

Honige mit regionaler, territorialer und topographischer Herkunftsangabe

Zu den Honigen mit topographischer, territorialer und regionaler Herkunft zählen zum Beispiel die Gebirgsblütenhonige aus Berglandschaften und der Waldhonig. Eine Festlegung auf bestimmte Pflanzenarten oder Charakteristika ist aufgrund der möglichen Vielfalt hier nicht sinnvoll.

Honige mit unspezifischer botanischer Herkunft

Ein Honig mit unspezifischer botanischer Herkunft ist zum Beispiel der Wildhonig. Er stammt vollständig vom Nektar nicht kultivierter Wildpflanzen. Als Wildpflanzen gelten dabei alle in dem Herkunftsgebiet vom Menschen nicht kultivierten Pflanzen. Der Wildhonig hat damit nicht den Charakter eines Sortenhonigs.

Sonstige Honige

Von den zuvor genannten Honigklassifizierungen sind die „Sonstigen Honige“ zu unterscheiden. Sie können in zwei verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Zum einen in Honige mit Angabe einer spezifischen und einer unspezifischen Herkunft (zum Beispiel Akazienhonig mit Frühjahrsblüte). Derartige Honige weichen in der Regel geringfügig von den typischen Merkmalen des Honigs mit der genannten spezifischen botanischen Herkunft ab.

Zum anderen in Honige mit Angabe einer unspezifischen und einer spezifischen Herkunft (zum Beispiel Sommertracht mit Lindenhonig). Im Gegensatz zur ersten Kategorie sind hier die typischen Honigmerkmale der spezifischen botanischen Herkunft noch erkennbar.

Welcher Honig auch immer beim nächsten Streifzug über den Wochenmarkt in den Korb wandert, dank der unendlichen Vielfalt an Honigsorten ist ein einzigartiger Geschmack gesichert