Begriffe aus der Honig-Welt (A – I)

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Unser erster Teil des Honig-ABCs mit den wichtigsten Begriffen von A bis I. Hier finden Sie alle Definitionen aus der Welt des Honigs auf einen Blick. 

A wie Aminosäuren

Aminosäuren dienen i.d.R. als Bausteine von Eiweißen. Im Honig kommen sie typischerweise auch in freier Form vor und sind nicht zu einem Eiweiß verbunden. Eine Hauptaminosäure im Honig ist Prolin, welches Aufschluss über die Reife des Honigs gibt. Unreif geernteter Honig weist einen niedrigeren Prolin-Gehalt auf. Prolin trägt im Honig wesentlich zur Bildung des Aromas und der Farbe bei. Eine weitere wichtige Aminosäure, die zusätzlich zu Prolin das Honig-Aroma bedeutend prägt, ist Phenylanalin. Über die Bewertung der Aminosäureverteilung im Honig kann ein regionale, aber auch eine Trachtzuordnung erfolgen.

B wie Botulismus

Botulismus ist eine sehr seltene Lebensmittelvergiftung, die bei Säuglingen unter 12 Monaten auftreten kann. Wie bei Rohkost handelt es sich bei Honig um ein naturbelassenes Lebensmittel, das Sporen von Clostridium botulinum enthalten kann. Im ersten Lebensjahr sind die Darmbakterien der Säuglinge nicht ausreichend ausgebildet, um Bakterien und Sporen zu  deaktivieren. Im Darm können sich diese Sporen zu einem aktiven Bakterium entwickeln, was zu einer lebensgefährlichen Lebensmittelvergiftung führen kann. Ab dem ersten Lebensjahr ist der Verzehr von Honig unbedenklich.

C wie Civil Dialogue Group

Die Civil Dialogue Group unterstützt die Europäische Kommission mit einem regelmäßigen Dialog über Fragen und Problemstellungen einer gemeinsamen Agrarpolitik sowie der Weiterentwicklung des ländlichen Raums. Die Arbeitsgruppen setzen sich mit Experten aus Produktion, Industrie, Handel, Verbraucher- und Umweltschutz-Organisationen und den zuständigen Fachdiensten der EU Kommission zusammen. Der Honig-Verband e. V. nimmt regelmäßig an der Arbeitsgruppe „Civil Dialogue Group on Animal Products“ zum Thema Imkerei in Brüssel teil, bei der besonders Fragen zur Förderung der Bienenhaltung diskutiert werden.

D wie Diastase

Die Diastase ist ein Enzym und wird durch den Bienenspeichel in den Honig übertragen. Sie spaltet Kohlenhydrate, wie z. B. Saccharose (Zweifachzucker) in ihre Bausteine Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Das erklärt den hohen Anteil beider Einfachzucker im Honig. Da Diastase wärmeempfindlich ist, ist sie ein guter Hinweis für die Naturbelassenheit des Honigs. Die Honigverordnung fordert i. d. R. eine Diastase-Zahl von mindestens 8. Diese Zahl wird ohne Einheit angegeben und drückt die Enzymmenge, die eine definierte Stärkemenge in einer bestimmten Zeit abbaut, aus.

E wie Ernte

Die Honigernte ist im Wesentlichen von den klimatischen und natürlichen Bedingungen abhängig. Länder mit ausreichend Sonnenmonaten und einem guten Trachtangebot können mehrere Ernten pro Jahr vollziehen. Im Allgemeinen wird je nach Erntezeitpunkt in Frühtracht und Sommertracht unterschieden. In Deutschland finden i.d.R. zwei bis drei Ernten pro Jahr statt. Wichtig ist der richtige Erntezeitpunkt, damit der Honig nicht unreif geerntet wird. Als Anhaltspunkt gilt, dass die Waben weitgehend verdeckelt sind. Über das Refraktometer, ein optisches Messgerät, kann der Imker den Reifegrad ermitteln.

F wie Fructose

Fructose (Fruchtzucker) gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate und zählt ebenso wie Glucose (Traubenzucker) zu den sogenannten Einfachzuckern (Monosaccharide). Einfachzucker bestehen aus nur einem Zuckermolekül und müssen daher vom Körper nicht weiter aufgespalten werden. Im Honig befindet sich i. d. R. etwas mehr Fructose als Glucose. Da Fructose viel süßer als Glucose schmeckt,  haben 10 g Honig eine höhere Süßkraft als 10 g Zucker. Wer die gleiche Süße wie mit Haushaltszucker erreichen möchte, braucht also weniger Honig zu verwenden. Da Honig zusätzlich ca. 20 % Wasser enthält, muss beim Backen der Flüssigkeitsanteil entsprechend reduziert werden.

G wie Gelée Royale

Als Gelée Royale wird der Futtersaft für die Bienenkönigin bezeichnet. In den ersten drei Larvenstadien wird die Königin mit diesem besonderen Nährstoff aufgezogen. Durch die Aufzucht mit diesem speziellen Futter wird die Königin um ein Vielfaches größer als die Arbeiterinnen und Drohnen. Zudem dauert ihr Leben bis zu 60mal länger als das einer normalen Stock- oder Sammelbiene. Gelée Royale hat einen hohen Anteil an Proteinen und Aminosäuren. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wird Gelée Royale in Nahrungsergänzungsmitteln und für Kosmetikprodukte eingesetzt.

H wie Honig

Honig ist ein von Honigbienen aus Blütennektar oder den Sekreten von Pflanzenläusen (Honigtau) hergestelltes Nahrungsmittel. Im Bienenstock lagern die Bienen den Honig zur Nahrungsvorsorge in die Waben ein. Da Honig von Bienen gewonnen wird, handelt es sich bei Honig um ein tierisches Lebensmittel. Außerdem ist Honig ein Naturprodukt, dem keine Stoffe hinzugefügt oder wesentliche Stoffe entzogen worden sein dürfen. Honig ist ein geschützter Begriff, da nur das von Bienen gewonnene Produkt so genannt werden darf. Sirupe oder andere Süßungsmittel dürfen nicht die Bezeichnung Honig im Namen tragen.

I wie Importe

2016 fiel die Honigernte deutlich geringer aus und lag bei circa 17.ooo t. Der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 1 kg Honig pro Jahr. Somit kann der in Deutschland gewonnene Honig die Nachfrage nur zu circa 20 Prozent abdecken. Der restliche Bedarf wird durch Importe gedeckt. Laut des statistischen Bundesamtes wurden 2016 83.816 t Honig im Wert von 251 Millionen Euro nach Deutschland importiert. Damit ist Deutschland der größte Importeur von Honig in der Europäischen Union. Zu den Hauptlieferländern zählen Argentinien und Mexiko, Ukraine sowie zahlreiche EU-Länder.