Neue Herkunftskennzeichnung für Honig

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Hamburg, 26.05.2026

 

Neue Regeln für die Honig-Etikettierung: Ab 14. Juni 2026 müssen bei Honigmischungen alle Herkunftsländer in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils mit prozentualer Angabe auf dem Etikett ausgewiesen werden. Die Kennzeichnung „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ ist dann unzulässig. Damit setzt die EU neue Vorgaben zur Herkunftskennzeichnung von Honig um.

 

Mehr Transparenz, mehr Aufwand
„Wir als Branche unterstützen das Plus an Transparenz und dass Herkunftsangaben für Verbraucher:innen nachvollziehbarer werden ausdrücklich. Für die Unternehmen der Branche bedeutet die Umsetzung gleichzeitig eine erhebliche administrative und produktionstechnische Anpassung. Da Honig ein Naturprodukt ist, können sich Mischungsverhältnisse je nach Ernte, Verfügbarkeit und Charge verändern. Etiketten müssen daher künftig häufiger angepasst werden“, sagt Frank Filodda, Vorsitzender des Honig-Verbands.

Damit Honig für Verbraucher:innen das ganze Jahr über geschmacklich möglichst gleich bleibt, werden oft verschiedene Honige miteinander kombiniert. Meist stammen solche Mischungen aus zwei bis vier Herkunftsländern, teilweise auch aus mehr.

Im Supermarktregal sind die neuen Vorschriften für Verbraucher:innen nicht sofort zu erkennen. Für Honige, die bis 13. Juni 2026 abgefüllt wurden und dementsprechend noch nicht die Etiketten mit der neuen Kennzeichnung tragen, gilt eine Übergangsfrist.

 

Honig-Fälschungen: Authentizitätsanalysen, Kontrollen und Abstimmung gefordert

Die EU hat die neue Deklarationspflicht für Honig auch deshalb eingeführt, um gegen gefälschten Honig besser vorgehen zu können. Die neue Kennzeichnung kann Transparenz verbessern. Für die Aufdeckung möglicher Verfälschungen sind jedoch weiterhin eine geeignete Analytik und wirksame Kontrollen entscheidend, betont Filodda: „Ob Honig verfälscht wurde, lässt sich nicht über Herkunftsangaben feststellen, sondern insbesondere durch eine geeignete und rechtssichere Analytik sowie durch konsequente Kontrollen.“

Bereits heute bestehen umfangreiche Systeme für dokumentierte Lieferketten und Importkontrollen. Entscheidend ist daher die Stärkung der Prüf- und Vollzugsstrukturen. Aus Sicht des Honig-Verbands braucht es vor allem europaweit harmonisierte und validierte Authentizitätsanalysen, risikobasierte und ausreichend ausgestattete Kontrollen sowie eine enge Abstimmung zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten. Ziel muss es sein, ehrliche Imkerei- und Abfüllbetriebe zu schützen und Konsument:innen wirksam vor Täuschung zu bewahren.