Mythos gepanschter Honig

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Wer in Deutschland Honig im Supermarkt kauft kann sich sicher sein: Hierbei handelt es sich zu 100 Prozent um unverfälschten Honig, der nur von Bienen produziert wurde. Honigabfüller legen großen Wert auf die Reinheit des kostbaren Nahrungsmittels. Diesem werden weder Stoffe entzogen noch hinzugefügt. Dies ist nicht nur eine Selbstverpflichtung. Seit 2001 regelt die Europäische Honigrichtlinie die strengen Vorgaben. Sie gibt den rechtlichen Rahmen vor, der definiert, was in der EU als Honig in Verkauf gelangen darf und was nicht. Dabei ist klar: Honig wird ausschließlich von Bienen produziert. Nur das reine und unveränderte Naturprodukt der Bienen darf auch als Honig bezeichnet werden. Mit modernsten Analysemethoden können Labore die europäischen Vorgaben überprüfen. Durch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die strenge Kontrolle gelangt nur natürlicher Honig in den Handel.

 

Eine robuste Rechtslage

In Europa bestimmt die sogenannte Honigrichtlinie (Richtlinie 2001/110/EG), was Honig eigentlich ist und welche Eigenschaften dieser aufweisen muss, damit er verkauft werden darf. Die Honigrichtlinie wurde 2001 von der Europäischen Union verabschiedet und 2014 nochmals aktualisiert. Sie regelt nicht nur, welche Angaben auf dem Honigglas zu finden sein müssen, sondern auch die genaue Zusammensetzung von Honig. Grundsätzlich gilt dabei, dass Honig ein reines Naturprodukt bleiben muss und nur als solches auch in den Handel gelangen darf. Als reines Naturprodukt darf der Honig nicht verändert werden – weder durch den Entzug einzelner Inhaltstoffe noch durch die Zugabe von anderen Lebensmitteln oder Zusatzstoffen wie Zucker oder Zuckersirup. Auch Wasser darf dem Honig nicht hinzugefügt werden. Gepanschter Honig, dem Zuckersirup hinzugefügt wurde, darf dementsprechend nicht in der EU nicht als Honig vertrieben werden – ansonsten handelt es sich um Food Fraud (Lebensmittelbetrug).

 

Labore überprüfen Honig regelmäßig

Damit die Honig-Richtlinie in die Tat umgesetzt werden kann, arbeiten die Honigabfüller eng mit Laboren aus der Lebensmittelanalytik zusammen. In den Laboren kann durch modernste Analysemethoden effektiv festgestellt werden, ob dem gelieferten Honig Inhaltstoffe entzogen oder Fremdstoffe wie Zuckersirup hinzugefügt wurden. Aber auch andere Indikatoren für die Verfälschung des Naturprodukts können im Labor identifiziert werden. Durch die strengen Kontrollen des Honigs erkennen die Labore, ob der gelieferte Honig Unregelmäßigkeiten aufweist. Wenn dies in Ausnahmefällen tatsächlich der Fall sein sollte, ziehen die Honigabfüller sowie die Behörden und Ämter den Fake-Honig konsequent aus dem Verkehr.

 

Mit aller Kraft gegen Food Fraud

Der Verstoß gegen die Vorschriften der Honigverordnung und die Zugabe von Fremdstoffen wie Zuckersirup in den Honig sind Betrug. Food Fraud kann in der gesamten Kette der Honigproduktion begangen werden – sowohl vom Unternehmen als auch vom örtlichen Imker. Dadurch wird das hohe Ansehen des Honigs als reines und einzigartiges Naturprodukt in den Augen der Verbraucherinnen und Verbraucher getrübt. Deshalb gilt: Wo Honig draufsteht, muss auch Honig drin sein. Damit das weiterhin der Fall bleibt, müssen alle Beteiligten Lebensmittelverfälschungen aktiv begegnen. Die Honigabfüller informieren sich deshalb stets über die Risiken von Fake-Honig sowie über die neusten Analysemethoden in der Lebensmitteltechnik und können auf diese Weise Food Fraud vorbeugen. Der rechtliche Rahmen der Honigrichtlinie und die strengen Kontrollen der Labore sind zudem entscheidende Faktoren, um den Verkauf von gepanschtem Honig zu verhindern. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich daher sicher sein, dass es sich beim Honig im Handel tatsächlich um ein unverfälschtes Naturprodukt handelt.